Geräte für Vegetationsbrandbekämpfung
Diese Kategorie würde eigentlich zum "Löscheinsatz" gehören. Aber sie unterscheidet sich so grundlegend von den Taktiken bei der Gebäudebrandbekämpfung, dass sie separat aufgeführt wird. Vegetationsbrände meint dabei nicht nur Waldbrände, sondern im Grunde alles an brennbarer Vegetation.
Waldbrandgeräte
Viele Geräte und Armaturen finden bei dieser Einsatzart ihre Anwendung. Nachfolgend werden einige exemplarische Geräte vorgestellt.
Hört sich exotisch an, ist aber mittlerweile ein europäischer Klassiker. Die Gorgui (korrekte Bezeichnung Gorgui V2) ist ein Multifunktionsgerät, dass mehrere Funktionen miteinander vereint. Man kann mit ihm den Boden abziehen, Hacken, Graben, Abschlagen. Daher eignet es sich sowohl zum Wundstreifen anlegen als auch zum Freilegen von Glutnestern bei Nachlöscharbeiten.
Das Kombinationswerkzeug McLeod wurde 1905 von Malcolm McLeod (1871-1942), einem Ranger
des US Forest Service erfunden. Es wird hauptsächlich zum Anlegen von Waldbrandschneisen
verwendet. Eine Seite enthält einen stabilen Rechen und die andere Seite eine angespitzte Hacke. Mit diesem Werkzeug kann sowohl ein harter Waldboden aufgelockert als auch ein Pflanzenwerk abgetragen werden. Das McLeod-Tool wird mittlerweile international verwendet.
Wieder ein weltweit bekanntes Handwerkzeug: Die Pulaski-Axt ist ein speziell für Waldbrände entwickeltes Werkzeug. Diese hat zur Beseitigung von Ästen, Sträuchern oder Bäumen eine Schneide. Die Hacke kann zum Freilegen von Böden aller Art genutzt werden. Namensgeber ist Edward Crockett „Ed“ Pulaski (1868-1931), er war ein Ranger des United States Forest Service.
Der D-Schlauch ist der kleinste Schlauch im Feuerwehr-Repertoire, aber bei der Vegetationsbrandbekämpfung der Wichtigste! Er ist dünn, leicht nachzuziehen und auch mit Wasser gefüllt noch einfach zu handhaben. Die Wasserabgabeleistung reicht für einen Großteil aller Vegetationsbrände aus. Mit einem Schlauchrucksack können 4 D-Schläuche samst C-DCD-Verteiler und 2 D-Hohlstrahlrohre ins Gelände gebracht werden.
Die Wiedehopfhacke oder auch Wiedehopfhaue genannt gibt es mit geraden und ovalen Blatt, für die Vegetationsbrandbekämpfung ist das ovale Blatt jedoch günstiger. Auch als "deutsche Pulaski" bezeichnet ist der Namensgeber der Wiedehopf-Vogel. Sie ist jedoch schwerer und größer als die Pulaski, was in einigen Situationen besser, in anderen schlechter sein kann.
Die deutsche Feuerpatsche oder auch Waldbrandpatsche genannt ist ein Klassiker und wird bei jedem Feuerwehrdienstleistenden mit Waldbrandbekämpfung assoziiert. Viele kennen auch nur dieses Gerät. Was viele nicht wissen: Das Feuerwehr soll eher ausgestrichen als "ausgepatscht" werden, da man den Feuer so viel effektiver den benötigten Sauerstoff nimmt. Beim Auspatschen wedelt man ihm eher noch Sauerstoff zu.
Mit der kleinen und nur 10 kg schweren Tragkraftspritze "Black Hawk 1" kann die Förderleitung auch in schwer zugänglichen Gebieten fortgesetzt und verstärkt werden. Zudem kann die Pumpe auch ansaugen, dafür reichen oft kleinste Gewässer aus. Die Pumpe kann mit einem Rückentragegestell an entlegenste Einsatzstellen getragen werden und ist daher ideal für die Vegetationsbrandbekämpfung.
Das Brush-Hook ("Brush" ist amerikanisch für Gebüsch/Unterholz, nicht zu verwechseln mit "Bush" für Busch/Sträucher) ist eine sehr scharfe geschwungene Axt für Äste und kleine Bäume, die man damit leicht abschlagen werden können. Sie erinnert etwas an eine Machete und hat eine ähnliche Wirkung. Damit wird das leicht-brennbare Holz entfernt, um den anrückenden Feuersaum seinen Brennstoff zu nehmen.
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Schaufeln ist die Waldbrand-Schaufel leicht gebogen, hat eine bessere Auftrittsfläche und hat einen verstärkten Glasfaser-Stiel. Sie ist insbesondere für den Sandwurf auf das Feuer gedacht, kann aber auch zur Unterstützung bei Wundstreifen-Anlage dienen, insbesondere bei schwierigen Böden.